Aktuelle Behandlungsmöglichkeiten

Ärztlicherseits gibt es verschiedene Therapieansätzen für Diabetes und Adipositas, Vorschläge umfassen u. a. eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten und Verhaltensweisen, Medikamente (als Tabletten oder injizierbar), die den Blutzucker senken, bariatrische Chirurgie oder eine Kombination dieser Methoden. Diese Ansätze sind in unterschiedlichem Maße erfolgreich und jede Methode hat spezifische Vor- und Nachteile.

Änderung der Lebensgewohnheiten

Lebensgewohnheiten wie schlechte Ernährung, „Frustessen“, und Bewegungsmangel beeinflussen das Auftreten von Diabesity. Um mit einer Änderung der Lebensgewohnheiten Erfolg zu haben, müssen Patienten motiviert sein, ihr Gewicht zu reduzieren.

Ein Programm zur Gewichtsabnahme beinhaltet typischerweise besondere Ernährungsvorschriften und Bewegung. Mit Diät allein ist es schwer genug, das Gewicht um nur 10% zu verringern – aber das Gewicht nach erfolgreichem Abnehmen zu halten stellt eine noch größere Herausforderung dar! Unter dem Ziel, das neue Gewicht auch zu halten, werden Diätprogramme deshalb oft mit Bewegungstherapie kombiniert.

Es ist wichtig zu wissen, dass die Behandlung adipöser Diabetiker auch deshalb besonders schwierig ist, weil Diabetikern eine Gewichtsabnahme schwerer fällt als Nicht-Diabetikern.

Medikamente gegen Diabetes

Wenn Patienten mit Typ 2 Diabetes mit Diät und körperlicher Aktivität allein ihren Blutzucker nicht senken können, werden normalerweise Medikamente verschrieben. Es gibt eine Vielzahl von Tabletten-Typen gegen Diabetes, und diese werden oft in Kombination verabreicht. Die Wirkung einiger dieser Medikamente beruht auf einer Stimulation der Bauchspeicheldrüse, so dass die Insulinproduktion erhöht wird, andere verbessern die Wirksamkeit von Insulin oder blockieren die Verdauung von Stärken.

Injizierbare Medikamente gegen Diabetes

Bei injizierbaren Medikamenten gegen Diabetes wie Insulin und bei der kürzlich zugelassenen Gruppe der GLP-1-Rezeptor-Agonisten sind tägliche Injektionen erforderlich. Diese Medikamente haben zusätzlich zu den erwünschten Wirkungen auch verschiedene Nebenwirkungen.

Mehr zu den GLP-1 rezeptor agonisten

Insulintherapie – durch Spritzen oder mit einer Insulinpumpe kann in weiter fortgeschrittenen Fällen zusätzlich zu Tabletten eingesetzt werden. Es ist belegt, dass Insulin zusammen mit oder auch ohne Tabletten eine bessere Blutzuckersenkung verursacht, allerdings mit den Risiken der Hypoglykämie (Unterzuckerung, kann zur Ohnmacht führen), der Gewichtszunahme, die letztendlich den Diabetes verschlimmern kann, und vermehrten Herz-/Kreislaufkomplikationen.

Viele Diabetiker empfinden die Behandlung ihrer Erkrankung als problematisch, wobei es am schwierigsten zu sein scheint, sich ausreichend körperlich zu bewegen und Diät- und Ernährungspläne einzuhalten. Weiter ist es oft nicht einfach, die verordnete Therapie durchzuhalten, da es die Patienten oft als schwer erleben, an einer Therapie mit einer Vielzahl von täglich einzunehmenden Tabletten und häufigen Injektionen festzuhalten. Nebenwirkungen wie Übelkeit und Gewichtszunahme sowie das Risiko einer Hypoglykämie erschweren es noch weiter, die Therapie konsequent umzusetzen.

Bei Patienten mit Diabetes, die Insulin oder andere Medikamente mit der Nebenwirkung einer Gewichtszunahme erhalten, stellt sich ein Circulus vitiosus (Teufelskreis) ein, bei dem die Dosen der Medikamente immer weiter erhöht werden müssen und es immer problematischer wird, den Blutzucker unter Kontrolle zu halten. Die heute verfügbaren Medikamente zum Abnehmen reichen gewöhnlich nicht aus, um die Adipositas umzukehren, haben u. U. aber sehr relevante Nebenwirkungen.

Trotz der Verfügbarkeit mehrerer medikamentöser Wirkstoffgruppen gegen Diabetes bleibt der Wunsch nach einer sicheren und gut einzuhaltenden Therapie unerfüllt, die auf das gesamte metabolische Syndrom ausgerichtet ist und eine Gewichtsabnahme herbeiführt.