Metabolische Chirurgie

Als „metabolische Chirurgie“ (auch „Adipositas-Chirurgie“) bezeichnet man eine Gruppe von Operationen, bei denen entweder Teile des Magens oder Dünndarms verkleinert oder umgeleitet werden, und die üblicherweise für die Behandlung der Adipositas eingesetzt werden. Es ist belegt, dass solche Eingriffe die Blutzuckereinstellung dramatisch verbessern, was den Typ 2 Diabetes bei der Mehrheit der Patienten in Abhängigkeit von der Art des Eingriffs komplett zum Verschwinden bringt und je nach Eingriff eine Verringerung des Übergewichts von 47%-70% bewirkt.

Trotz der naheliegenden Vorteile haben solche Operationen wesentliche Risiken und Grenzen. Die meisten Eingriffe der metabolischen Chirurgie sind nur bei adipösen und krankhaft adipösen (BMI > 35 kg/m2) Patienten einsetzbar. Zudem sind die Eingriffe als große Baucheingriffe zu verstehen, auch dann, wenn sie mit minimal-invasiven Techniken durchgeführt werden. So komplexe und häufig nicht umkehrbare Eingriffe führen zu einer beträchtlichen Modifikation der anatomischen Verhältnisse. Patienten, die metabolische Chirurgie ins Auge fassen, müssen bereit sein, ihre Ernährungsgewohnheiten für immer zu ändern. Nach dem Eingriff muss zwei bis drei Wochen lang eine Diät mit nur flüssigen Nahrungsmitteln eingehalten werden. Nach drei Wochen wird der Ernährungsplan meist für sechs bis acht Wochen auf weiche Nahrungsmittel erweitert, und innerhalb der folgenden sechs bis neun Monate kann sukzessive auf Nahrungsmittel mit normaler Konsistenz übergegangen werden. Patienten müssen die signifikanten Änderungen ihrer Ernährungsgewohnheiten dauerhaft beibehalten, um den Erfolg des Eingriffs sicherzustellen. Es kann erforderlich werden, die Nahrung für immer mit Vitaminen und Nährstoffen zu ergänzen, um die Folgen der beträchtlichen Malabsorption zu kompensieren, die von einigen dieser Eingriffe hervorgerufen wird.